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© Illustration: Silke Reimers

Vertrauen ist gut.
Kontrolle besser?


Beispiele für schriftliche Lernkontrollen

Heinrich Herlyn


Zu den klassischen Beispielen für Programmmusik zählen die Orchesterwerke „Peter und der Wolf“ und „Karneval der Tiere“. Man kann damit sehr gut die Kompetenzbereiche Musikhören und Instrumentenkunde fördern. Das Erreichen der Unterrichtsziele lässt sich hier sehr gut durch Lernkontrollen überprüfen.

Zu beiden Stücken findet man in allen Lehrwerken für den Musikunterricht der Grundschule Unterrichtsbeispiele. Auch in der MUSIK in der Grundschule ist dazu eine Vielzahl von Artikeln erschienen. Hörbeispiele und methodische Anregungen für die Beschäftigung im Unterricht sind daher leicht zugänglich.
Um ein wenig objektiver beurteilen zu können, ob der oder die Einzelne im Verlauf der unterrichtlichen Beschäftigung in diesen Bereichen Fortschritte gemacht hat, habe ich im Verlauf vieler Jahre auch kurze schriftliche Lernkontrollen eingesetzt, die ich hier vorstellen möchte. Ob durch die Verwendung solcher Lernkontrollen die in der Überschrift dieses Artikels gestellte Frage positiv beantwortet werden kann, muss jede Lehrkraft für sich selbst entscheiden. Auch die Beantwortung der Frage, ob und in welcher Art und Weise man derartige Lernkontrollen in die den Lehrkräften in den meisten Bundesländern abverlangte Bewertung einfließen lässt, muss jeder einzelnen Lehrkraft überlassen bleiben. Zu unterschiedlich sind die Bedingungen je nach Bundesland und jeweiliger Schule. Aber meiner Ansicht nach stellen sie im Zusammenhang der Beschäftigung mit diesen Hörwerken eine praktikable Möglichkeit der Ergebniskontrolle für den Unterricht dar.


Lernkontrolle „Peter und der Wolf“

Die Aufgaben:
1.
Die sieben Motive werden kurz angespielt und müssen in einer Tabelle der vermuteten Reihenfolge nach angekreuzt werden. Es wird überprüft, ob die SchülerInnen den richtigen Instrumentenklang mit der entsprechenden Figur aus der Geschichte verbinden können.
2.
Unter die sieben Instrumente bzw. Instrumentengruppen müssen die passenden Namen geschrieben werden. Es wird überprüft, ob die SchülerInnen die Instrumente dem Aussehen nach erkennen können. Außerdem sollen die SchülerInnen den Instrumenten die passenden Figuren aus dem Märchen zuordnen.
Differenzierungsmöglichkeit:
Förderkinder erhalten sieben Figurenkärtchen und müssen diese zu Aufgabe 1 in der vermuteten Reihenfolge legen. Für Aufgabe 2 bekommen sie die entsprechenden Instrumentenkärtchen und legen sie unter die passenden Figurenkärtchen. Je nach Fähigkeit können sie zusätzlich mit den Wortkarten arbeiten (s. CD-ROM).
Übungsmöglichkeiten:
Die Aufgabe der Lernkontrolle für Förderkinder dient allen anderen SchülerInnen zur Vorbereitung der Lernkontrolle: Die Hörbeispiele werden in kurzen Unterrichtsphasen immer wieder gehört und die erwähnten Instrumenten-, Figuren- und Wortkarten in der entsprechenden Reihenfolge gelegt und einander zugeordnet. Mit großformatigen Karten kann die Ergebniskontrolle an der Wandtafel (oder am Smart-Board) erfolgen. Zusätzlich legen die Kinder aber auch Namenskarten unter die Instrumente. Zuvor ist natürlich die gesamte Musik von Peter und der Wolf mit ihrer begleitenden Erzählung und der Vorstellung der Instrumente im Unterricht gehört und mit unterschiedlichen Aktivitäten eingeführt worden.

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Lernkontrolle „Karneval der Tiere“

Die Aufgaben:
1.
Neun ausgewählten Motive werden kurz angespielt und sollen der vermuteten Reihenfolge nach nummeriert werden. Ähnlich wie bei Peter und der Wolf wird auch hier überprüft, ob die SchülerInnen den richtigen Instrumentenklang mit der entsprechenden Tierfigur verbinden können.
2. Drei Motive werden kurz angespielt. Die SchülerInnen schreiben die Instrumentennamen der Streichinstrumente der Reihenfolge nach auf. Es wird überprüft, ob sie nur mit Hilfe des Klanges bestimmte Instrumente erkennen können. Für diesen Teil der Lernkontrolle habe ich folgende Klangbeispiele verwendet: Esel (Geige), Elefant (Klavier, Kontrabass), Schwan (Klavier, Cello).
3. Wie bei der Lernkontrolle zu Peter und der Wolf sollen unter die Instrumentenabbildungen die passenden Namen geschrieben werden. Es wird überprüft, ob die SchülerInnen sie dem Aussehen nach erkennen können. Da sich Streichinstrumente auf Abbildungen ähneln, wurden Abbildungen gewählt, welche die Spielweise demonstrieren.
Differenzierungsmöglichkeit:
Auch hier erhalten die Förderkinder Figuren(tier)karten und Instrumentenkarten und müssen diese zu den Aufgaben 1 und 2 in der vermuteten Reihenfolge legen. Für die dritte Aufgabe bekommen sie je nach Fähigkeit die Wortkarten (s. CD-ROM).
Übungsmöglichkeiten:
Um sich den jeweiligen Klang der Instrumente im Unterricht einzuprägen und ihn mit ihrem Namen und dem Aussehen zu verbinden, ist es wichtig, dass neben allen Aktivitäten, die hier möglich sind (siehe auch die Publikationen: Schnelle/Junker: Karneval der Tiere, Hildegard- Junker-Verlag und Björn Tischler: Einfach tierisch, Fidula) zu jedem Musikstück und den darin vorkommenden charakteristischen Instrumenten immer wieder Abbildungen gezeigt und hörend unterschieden werden (siehe Peter und der Wolf ).

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