Stacks Image 887

© Illustration: Silke Reimers

Motivation – Vielfalt – Leistung
fördern – anbieten – wertschätzen

Meinhard Ansohn


Musikunterricht als künstlerisches Fach stellt sich in besonderem Maße quer zu Bewertungen, Beurteilungen und Zensierungen. Wie können wir in der Grundschule gleichermaßen Motivation fördern, zu Leistungen anregen und Ergebnisse transparent wertschätzen?


Wieder geht ein Schuljahr zu Ende, und wieder sind Zensuren zu schreiben, hier mit Überzeugung und Klarheit, dort mit schlechtem Gewissen und Zweifeln.
Schwarz auf weiß stehen sie da als beurteilende Ziffern, als Mittel von Vergleichen: Du bist besser und du schlechter, so kommt es bei den Kindern an, auch wenn wir nur sagen wollen: Du hast mehr, du weniger getan. Du hast mehr, du hast weniger geleistet. Deine Ergebnisse sind besser als die von anderen, deine weniger gut. Wir bemühen uns redlich, aber es bleibt immer die Tatsache, dass wir mit den Zensuren nichts mitteilen können, was über Können (Fähigkeiten und Fertigkeiten), Wollen (Bemühung und Sorgfalt) und Arbeit (Leistung und Lernergebnisse) tatsächlich etwas aussagt.

Auch dem gesellschaftlichen Vorurteil, Musikalität habe man oder eben nicht, was angeblich bei der Mathematik nicht so sei, stehen wir hilflos gegenüber. Wir hätten das zu Bewertende von jeder Vorerfahrung ganz abzukoppeln. Dann müssten wir entweder ein totes Leistungsfach Musik etablieren mit rational operationalisierten und objektivierbaren Lernschritten, wie es in den 1970er Jahren teilweise Mode war. Oder wir nähmen jedes musikalische Ergebnis aus Bewertungen heraus und bewerteten allein nach einer diffusen Skala von Mitarbeitspunkten, um jegliche Mühe als solche jedem gleich zu belohnen.
Nehmen wir aber die Verschiedenheit der Individuen als gegeben an, dann können wir nicht mehr sauber trennen zwischen Leistungen, die nur aus unserem Unterricht resultieren und Leistungen, die einer wie auch immer definierten Begabung zugefallen sind.
So weit das Dilemma. Es wird auch in Zukunft nicht in einer griffigen Theorie aufzulösen sein.
Wie in anderen Entscheidungsfeldern des Musikunterrichts kann es auch bei der Leistungsbeurteilung nur darum gehen, sich über die eigenen Kriterien klar zu werden und sie den SchülerInnen so mitzuteilen, dass sie wissen, was wie warum bewertet wird, denn es ist unmöglich, sich nach verdeckten Maßstäben adäquat zu verhalten. SchülerInnen müssen wissen, was LehrerInnen von ihnen erwarten.

An dieser Stelle könnte der vorliegende Beitrag zu Ende sein, denn niemand kann die Erwartungen anderer vorschreiben. Niemand kann Bedingungsfelder von Schulen mit ihren sozialen und regionalen Gegebenheiten über einen Kamm scheren. Niemand kann heute ein für alle SchülerInnen zu erreichendes Leistungsziel für das Fach Musik in dieser Gesellschaft definieren, schon gar nicht, wenn er ehrlich die Rolle der Musik im allgemeinen Leben betrachtet. Und doch müssen wir uns Gedanken machen, ob das Fach Musik in einer Schule, die in allen Fächern bewertet, nicht auch bewertet werden müsste.


Großes Angebot für unterschiedliche Leistungen

Selbst Befürworter eines Leistungsfaches Musik (Klinkhammer 1978) stellen Dinge in den Mittelpunkt des Grundschulunterrichtes, die in letzter Konsequenz nicht zu benoten sind, ohne ungerecht gegenüber denjenigen Kindern zu sein, die noch mit den Grundlagen des Lernens kämpfen. Es ist aber auch „positiv ungerecht“ gegenüber denjenigen, die von Hause aus schon immer mit Musik zu tun hatten, z. B. in Form von Ausbildung der Stimme, Instrumentalfertigkeiten, Einführung in die Notation, Intensivierung musikalischen Hörens u. a.
Über die Kluft zwischen Beurteilungsverfahren („Lernerfolgsfeststellung“), die möglichst präzise sein sollen, und dem, was eigentlich in Musik gelernt werden soll, ist viel geschrieben worden (vgl. Abel-Struth 1985). Antworten sind überall relativ und münden in die Verantwortung der Unterrichtenden, in unsere persönliche Verantwortung.
Wenn wir heute einen Musikunterricht zu verantworten haben, der
alle Veränderungen der Begriffe von Kultur, Bildung, Schule einbezieht (vgl. Schütz 1996, 1997),
die Verständigung über musikalische Erfahrungen für realistischer hält, als ein allgemeines Verstehen von Musik (vgl. Vogt 1997),
die SchülerInnen in Planung und Auswertung des Lernprozesses einzubeziehen versucht (vgl. Ansohn 1997a),
dann bleibt nur übrig, die Handlungsfelder des Unterrichts so vielseitig wie möglich anzulegen, um jedem eine Chance zur „Leistung“ oder besser zur Entwicklung von Leistungswillen zu geben. Zu groß sind die Maschen des Netzes gesellschaftlicher Nichtachtung des Musiklernens: „Brauche ich nicht! Hab ja Youtube.“ „Finden meine Eltern nicht wichtig.“ „Gilt ja doch nicht als Hauptfach.“ „Bin nicht musikalisch. Das ändern Sie schon gar nicht.“ Und: Wie sollte man den einen allgemeinen Standard „eine Melodie intonationsgenau nach(zu)singen“, z. B. in einem Indikatorenzeugnis ankreuzbar bewerten, wenn alle gesellschaftlichen Erfahrungen der SchülerInnen damit nichts zu tun haben? Wo ist dann das Leben, für das wir angeblich lernen? Motivation ist unser erstes zu erreichendes „Lernziel“ (Ansohn 1997b), das wir überprüfen können, indem wir beobachten

was SchülerInnen tun möchten,
wonach sie erneut fragen,
bei welchem Tun sie lebendiger mitmachen,
auf welche „Einkleidung“ von Inhalten sie positiver reagieren (sachlich, spielerisch, in Geschichten verpackt, Fortsetzungsstory usw.).
Wer nicht alles kann, kann etwas davon. Wer nicht alles gern tut, findet irgendwo vielleicht doch Anknüpfungspunkte. Und dort kann bewertet werden.

Bildschirmfoto 2018-04-09 um 18.26.21
Die Lern-Zielscheibe hängt im Musikraum und kann am Ende einer Musikstunde von jedem Kind mit einem
selbstklebenden Farbpunkt oder einem Magneten markiert werden. Die inneren Ringe dienen selbst
einzuschätzenden Abstufungen. Eine kurzfristige Rückkopplung für die ganze Klasse.



Ich bewerte, du bewertest, wir bewerten

Beobachtung
Die Beobachtung von Aktivitäten durch die Lehrenden gibt nicht nur Aufschluss über die Motivation der SchülerInnen oder ihre Leistungen. Sie ist auch ein erster Schritt zur Benotung. Bewertung der Mitarbeit ist wichtig für alle, die etwas lernen wollen, vor allem für die „Schwächeren“ mit weniger Ergebnissen. Solche Bewertung sollte nicht heimlich zu einem Berg von Mini-Informationen führen, die am Ende eine Zensur ergeben. Das würde die SchülerInnen verunsichern. Es geht vielmehr darum, wach zu sein, Dinge hin und wieder zu notieren und sie im Abstand von etwa zwei Monaten auch kurz anzusprechen: „Deine Mitarbeit in der letzten Zeit ...“ „Schön, dass du dir beim Tanzen inzwischen mehr zutraust ...“ „Schade, dass du noch nichts vorspielen magst. Wirst du es dir noch vornehmen?“ usw. Bei diesen Feedbacks sind wertschätzende Grundhaltung, variantenreiches, aber möglichst präzises Vokabular und eine zukunftsoffene Perspektive wichtig (Grohé 2011).
Information
Die knappe Information über beobachtetes Lernverhalten ist notwendig, um die Lernenden zu orientieren. Ist das, was sie tun, für die Lehrkraft gut, zufriedenstellend, nicht gut genug? In welchen Bereichen wurde viel getan? Auch die Lehrperson kann bei diesem Gespräch erfahren, ob die Gewichtung der Inhalte für die Lernenden „stimmt“. Machen wir genug davon, was wir gut können? Trauen wir uns mal etwas Schwierigeres zu? Gibt es Neugier auf Instrumente, Musikarten, Themen, die noch nie vorkamen? Diese Information passt gut zu kleinen Lerneinheiten wie eine Instrumentalstimme spielen, eine Liedstrophe lernen, Informationen sortieren usw.
Selbsteinschätzung
Die Selbsteinschätzung der SchülerInnen passt zu solchen kleinen Einheiten ebenfalls sehr gut. Eine „Lernzielscheibe“, ein „Lernrad“, ein Leistungsdiagramm“ u. a. (LISUM Brandenburg 2006) sind Hilfsmittel, mit denen die Lernenden kurz einschätzen können, wie nah sie sich dem Lerngegenstand fühlen, was sie aktuell wissen und können. Solche Momente von Selbstreflexion sind eine gute Rückkopplung zur vergangenen Stunde. Sie dienen aber auch auf Dauer einer Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung, des Selbstvertrauens oder der Reflexion über eventuell notwendige Reduzierungen der Anforderungen.

Bildschirmfoto 2018-04-09 um 18.26.47
Das Lern-Rad kann sich im Musikhefter des Kindes befinden, laminiert oder in Folie. Am Ende einer Stunde kann das
Kind einen sebstklebenden Farbpunkt an die Stelle schieben, wo es sein Wissen (oben) und Können (unten) für die
Stunde verortet. Anders als bei der Lern-Zielscheibe, sieht beim Lern-Rad das Kind allein seinen individuellen Stand.


Einzelleistung
Zur Bewertung von Einzelleistungen: Schülerorientierter Musikunterricht, der natürlich auch handlungsorientiert ist, gibt immer die Möglichkeit, zu „zeigen, was ich kann“. Der Unterschied zur traditionellen Überprüfung von Gelerntem besteht in der Freiwilligkeit: SchülerInnen zeigen dann ein Ergebnis vor, wenn sie sicher sind, dass es gut ist. Sie müssen sich nicht mit Schlechtem bloßstellen lassen. Wer ein Lied nicht gern allein vorsingt, tanzt vielleicht einen Tanz mit einem selbstgewählten Partner oder stellt eine eigene Instrumentalimprovisation vor. In diesem Fall wird vorher festgelegt, ob diese Unterrichtssequenz mit oder ohne Zensur stattfindet. Es sollte durchaus auch solche Vorspiele geben, in denen ausdrücklich nicht bewertet wird, aber auch solche, die „für die Zensur zählen“. Umso verständlicher wird den SchülerInnen das, was am Schulhalbjahresende dann auf dem Zeugnis steht.
Schriftliche Kontrolle
Schriftliche Lernzielkontrollen sind nicht von vornherein abzulehnen. Sie müssen allerdings das kontrollieren, was auch wirklich gelernt worden ist. Meist geben sie am Ende keine Auskunft darüber, was dauerhaft als Gelerntes bleibt, denn oft überlagert die Tatsache des Tests und das dafür bereitzustellende „Wissen“ die wirkliche Beschäftigung mit der Sache. Wer ohne Tests auskommt, hat mehr Möglichkeiten, durch die Beobachtung von Anwendungen des Gelernten Lernerfolge festzustellen. Wenn aber getestet wird, sollte das schriftlich Abgefragte auch wirklich schriftlich abfragbar sein.
Spielerische Kontrolle
Manche Lernzielkontrollen lassen sich auch spielerisch verpacken. Vorschläge dazu (z. B. Quiz, Puzzle, Ratespiele) finden sich bei Lemmermann (Lemmermann 1983).
Gegenseitige Bewertung
Zwischendurch sollten die SchülerInnen immer mal wieder gegenseitig ihre Arbeit bewerten. Bei Arbeitsbögen mit vorgegebenen Punktzahlen ist das einfach. Eine andere Möglichkeit besteht darin, ein Instrumentalvorspiel zu einer bestimmten Spielregel von den SchülerInnen mitbewerten zu lassen. Die Dimension des Bewertens insgesamt rückt so in den Horizont der Lernenden, ohne dass alle unterrichtlichen Tätigkeiten gleich unter das Primat der Leistungsbeurteilung zu stellen sind.
Musikhefter
Auch die Führung eines Musikhefters kann zur Gesamtzensur addiert werden, wenn der Hefter Arbeitsergebnisse enthält. Aber Vorsicht: Je nach Klassenstufe sind nach geltenden Verordnungen dabei Rechtschreibleistungen mitzubewerten. Wer es nicht wagt, solche Regelungen als widersinnig zu bezeichnen, kann für den Hefter z. B. zwei Noten geben, eine für die musikbezogenen Leistungen und eine für die Rechtschreibung, damit im Fach Musik für die Zeugnisnote nur die Musikleistung zählt. Es kann nicht angehen, dass das Fach Deutsch, das in allen sprachlich zu bearbeitenden Fächern stark mitbewertet wird, auch ein Fach überlagert, in dem Kinder ganz andere Stärken und Schwächen haben können.



Rechtzeitige Bewertungen und Zensuren

Wie am Anfang des Unterrichts, an dem über die Erwartungen des zu Leistenden gesprochen werden sollte, so ist es wichtig, vor den Zeugnissen deutlich zu machen, welche Zensuren nun wie zustandegekommen sind.
Die ministeriellen Vorgaben zur Möglichkeit von Transparenz in der Notengebung sind nicht überall eindeutig. Schon gar nicht ist eine Lehrkraft verpflichtet, SchülerInnen die Notengebung zu erläutern. Es wäre allerdings unsinnig, das überhaupt nicht zu tun und die Zensur wie eine Art Weihnachtsgeschenk zu behandeln. Kinder orientieren sich besser in der Welt, wenn die Erwachsenen nicht nur „gut“ oder „schlecht“ sagen, sondern begründen, was sie warum lieber anders gehabt hätten.
Die Notenziffer, die letztlich nur aufgrund ihrer selektiven Funktion existiert, ist oft genug in Frage gestellt worden. Die in den unteren Klassen früher häufig benutzten verbalen Beurteilungen, teilweise auch bei Modellversuchen in Sekundarstufen als Lernentwicklungsberichte eingesetzt, bieten andere Möglichkeiten, inhaltlich etwas über Kenntnisse und Fertigkeiten, Stärken und Schwächen mitzuteilen. Sie haben sich nicht durchgesetzt, weil sie nicht selektiv benutzt werden können. Außerdem bestehen große Zweifel, ob in diesen Statements über 10–15 Fächer tatsächlich zweimal im Jahr Essentielles geschrieben werden kann. Umso wichtiger ist es, im Gespräch mit den SchülerInnen zu sein und anzusprechen, wie die Arbeit im kommenden Halbjahr z. B. noch besser gehen könnte.


Realistische Leistungsanforderungen stellen

Wenn wir Leistungsanforderungen stellen, dann müssen sie erreichbar sein. Hier versagt die Verallgemeinerung. Auch die oft missverstandenen Rahmenpläne, die keine Stoffpläne sind, dürfen nicht zum Maßstab für alle gemacht werden. Wir tun, was wir können, und das kann nicht jeder an jedem Ort gleich. Grundschul-Lehrkräfte dürfen nicht unter dem Druck eines schlechten Bildungsgewissens verfrühte Wissenschaftspropädeutik an die Stelle einer altersgemäßen Entwicklung musikalischer Fähigkeiten setzen.


Musikunterricht ohne Bewertung

Meinungen und Einstellungen sind zu entwickeln, aber nicht zu bewerten. Toleranz und Selbständigkeit sind zu fördern, aber nicht zu bewerten. Der Umgang mit Musik und die Entwicklung von Fragen zu Ursachen, Wirkungen, Formen und Gehalten von Musik sind vielfältig anzuregen, aber nicht zu bewerten.
Das Wichtigste, das im Fach Musik zu lernen ist, nämlich die Musik als wertvolle Äußerung des Menschen zu begreifen, in der Körper, Geist und Seele anders aufgehen, als sprachlich je beschrieben werden könnte, kann nicht als bewertbares Lernziel dargestellt werden. Wer nach einigen Jahren Musikunterricht Musik als Bereicherung für sein Leben empfindet und sie aktiv ausübt, hat ein wesentliches affektives Lernziel erreicht, nämlich die „Bindung an einen Wert“ (vgl. Krathwohl u.a. 1975), wird dies aber nicht in einer Zensur wiederfinden. Im aktuellen Rahmenlehrplan Berlin-Brandenburg wird dem erstmals explizit Rechnung getragen: „Um den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sich auf ungewohnte Herausforderungen einzulassen, Grenzen zu überschreiten und neue Wege zu erproben, gibt es im Musikunterricht immer wieder auch Freiräume, die ohne Bewertung bleiben“ (RLP C Musik, S. 21). Das ist eine neue Erkenntnis im Schule verwaltenden Bereich, dass Kompetenzen sich besser entwickeln lassen, wenn für Individuelles, für Experimente, für tatsächlich Künstlerisches Freiraum gegeben wird, der nicht unter Bewertungsmaßstäben einknicken sollte.
Für Zusatzengagement muss dies ebenso gelten: Die Teilnahme an einer freiwilligen Musik-Arbeitsgemeinschaft darf nicht mit einer besseren Zensur im Fachunterricht „belohnt“ werden. Zwar ist nicht auszuschließen, dass die AG-Teilnahme zu mehr Interesse und besseren Leistungen im Unterricht führt, aber wenn es um klare, für Kinder verstehbare Regeln geht, kann es nur diese sein: Im Musikunterricht wird bewertet, was im Musikunterricht geleistet wird, so schwer es auch oft fällt, z. B. bei guten Klavier- oder FlötenschülerInnen, herauszufinden, welche Leistungen tatsächlich auf den Musikunterricht zurückgehen.



Schülermeinung über Zensuren

Ungeachtet der freundlichen Definitionen der Zensuren im Schulgesetz – eine fünf wäre danach „eine ausreichende Leistung mit kleinen Mängeln, die behoben werden können“ – haben Kinder einer vierten Klasse bereits ein realistisches Bild von den Rangordnung schaffenden Ziffern. Beispiele aus einem Gespräch über Musikzensuren:
„Eine eins haben die Besten. Die können alles.“
„Jeder, der gut mitmacht, kriegt eine zwei.“
„Wer manches gut kann, aber anderes gar nicht und auch gar keine Lust hat, bekommt eine drei.“

„Eine vier ist für die, die nicht richtig mitmachen oder die nichts gut können, aber auch nicht stören.“
„Wer doof ist und oft Quatsch macht, kriegt ‘ne fünf, der ist eben nicht musikalisch.“

„Eine sechs kriegt man, wenn man nur ‘rumsitzt, seine Sachen nie dabei hat, immer zu spät kommt und die anderen dauernd nervt.“
So gesehen, könnte – mit einigen pädagogischen Richtigstellungen – die Spanne von eins bis vier ausreichen, vorausgesetzt, für alle SchülerInnen sind attraktive Unterrichtsinhalte dabei.


Fazit

Obwohl jede Schule mit unterschiedlichen Vorgaben arbeitet, an die man sich zu halten hat, bleibt Bewertung etwas hochgradig Persönliches. Alle Bewertenden haben ein bisschen Macht im Moment der Bewertung und sie haben ein bisschen Entscheidungsspielraum. Um Kant abzuwandeln: Bewerte nur nach den Maßstäben, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie für alle, also auch für dich selbst, gelten sollten. Damit könnte es sich im schulischen Musikunterricht leben lassen.